PM Mistelschnitt in schwindelnder Höhe

Das Hessische Umweltministerium unterstützt mit dem Programm zur Förderung der Biodiversität unter anderem die Entfernung von Laubholzmisteln aus Obstbäumen. Der Halbschmarotzer klaut den Bäumen 30% ihres Wasser- und Nährstoffbedarfs, das schwächt vor allem alte und junge Obstbäume. Um die Streuobstwiesen zu erhalten, ist der Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst e.V. aktiv geworden. Madlen Overdick, Vorstandsvorsitzende: „Ich freue mich sehr, dass wir Fördermittel aus dem Biodiversitäts-Programm des Landes Hessen für die Streuobstwiesen in Kelkheim erhalten haben. Durch diese Maßnahme kann die Lebenserwartung der Apfelbäume verlängert und der Streuobstwiesenbestand geschützt werden.“

 

Anfang November war es soweit, sieben Baumschneider kletterten mit Leitern und langen Seilen in die knorrigen Apfelbäume der Streuobstwiesen in Kelkheim Fischbach.  Die Baumkletterer der Schlaraffenburger Streuobst Agentur ließen unzählige dunkelgrüne Laubkugeln aus den Kronen der Obstbäume fallen. Bürgermeister Albrecht Kündiger freut sich über die Mistelentfernung, die die wertvollen Streuobstwiesen in Kelkheim schützen.

Die dunkelgrünen Blattkugeln der Misteln sind im Winter gut in den kahlen Laubbäumen zu erkennen. Der Obst- und Gartenbauverein Kelkheim-Fischbach e.V. hatte Alarm geschlagen. Seit 20 Jahren breiten sich die Misteln zunehmend auch in den Streuobstwiesen Kelkheims aus. Sie werden von Vögeln verbreitet und bohren ihre Wurzeln in die Leitbahnen der Bäume. Dort saugen sie bis zu 30% des Wassers und Nährstoffe ihres Wirtsbaumes. Das stresst die Bäume zusätzlich zur Trockenheit und Hitze der letzten der Jahre. Vor allem junge und alte Bäume werden anfälliger für Baumkrankheiten und sterben frühzeitig ab.

 

Im November wurden von 83 Apfelbäumen alle Misteln entfernt.  

Im nächsten Jahr sollen weitere Streuobstbäume von Misteln befreit werden.

Barbara Helling, Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst e.V.: „Ich freue mich, dass wir in Kelkheim den Anfang machen können. Wenn wir die Streuobstwiesen erhalten wollen, müssen wir unbedingt den Mistelbefall zurück drängen!“

Private Streuobstwiesenbesitzer, die ihre Obstbäume fachgerecht von Misteln befreien und schneiden lassen möchten, können sich unter info@streuobst-mtk.de melden.

 

Der Baumschnitt und die Entsorgung von Misteln und Schnittgut ist kostenlos.

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Mistelschnitt

Michael Specht, Schlaraffenburger Streuobst Agentur
Foto: Maja Becker