PM Streuobstwiesen stark gegen den Klimawandel machen

Der Klimawandel bedeutet für die Streuobstwiesen: Trockenstress und Hitzeschäden.

Die Obstbäume leiden, wie die Waldbäume, unter der Trockenheit. Vor allem frisch gepflanzte Bäume haben ihre Wurzeln noch nicht vollständig entwickelt und müssen in den ersten Jahren regelmäßig gegossen werden. Hohe Temperaturen von über 30°C führen im Hochsommer zu Sonnenbrand an den halbreifen Früchten. Sogar die Rinde der Obstbäume kann Schaden nehmen und dabei flächig verbrennen oder aufplatzen. An diesen Sonnenbrandstellen der Rinde können Pilze und Krankheiten in den Baum eindringen.

Wer seine Streuobstwiese ideal auf die Wetterextreme vorbereiten möchte, kann durch eine regelmäßige Pflege die Widerstandsfähigkeit der Obstbäume verbessern. Die traditionelle Obstbaumpflege setzt auf die Gesundheit und Selbstheilungskräfte der Bäume:

Eine intakte Rinde schützt den Baum vor Schädlingen und Krankheiten. Beim Baumschnitt sollten deshalb große Schnittwunden vermieden werden, je weniger Rindenverletzungen ein Baum hat, umso höher bleibt die Widerstandskraft des Baums auch bei Wetterextremen. Gegen Sonnenbrand oder Frostrisse schützt ein Stammanstrich, der halbjährlich kontrolliert und bei Bedarf nachgestrichen wird.

In den ersten zehn Jahren benötigt ein Obstbaum eine intensive Pflege.

Junge Bäume sollten nur auf geeignete Böden gepflanzt werden. Beim Pflanzen sollte gleich ein Gießrand angelegt werden, so wird ein schnelles Wegfließen des Wassers verhindert. Die Anbindung an einen stabilen Pfahl stabilisiert den Baum bei Wind und ermöglicht eine schnellere Verankerung der Wurzel im Boden. Eine Baumscheibe – gehackter offener Boden um den Stamm - sichert eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Das Abdecken der Baumscheibe mit Mulch während der Vegetationsperiode verringert die Verdunstung und hält Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Bei Wühlmausbefall wird der junge Baum in einen Wühlmauskorb gepflanzt, um die Wurzel vor Fraßschäden zu schützen.

Der Stamm wird mit einem Maschendraht vor Kaninchen, Hasen und Rehen geschützt. Junge Bäume müssen eine tragfähige Baumkrone ausbilden. Durch den Erziehungsschnitt formt man eine stabile Krone, so dass tragfähige Äste entstehen. Trotzdem sollte man im Sommer den Behang mit Obst kontrollieren, eventuell ausdünnen, damit es nicht zum Astbruch kommt.

Bäume die Früchte produzieren und junge Bäume, müssen ihren Nährstoffhaushalt wieder ausgleichen. Dazu werden sie während der Vegetationszeit organisch und schonend mit Kompost oder einer Mischung mit abgelagertem Mist gedüngt.

Schädlinge, Pilze und Krankheiten sind genauso wie die Bäume vom Klimawandel betroffen. Auch hier gibt es Begünstigte, die von den steigenden Temperaturen profitieren, wie die Laubholzmistel. Sie verbreitet sich durch ihre klebrigen weißen Beeren im Baum oder wird von Vögeln weitergetragen. Auf dem Baum senkt sie ihre Wurzeln in die Leitbahnen der Bäume und saugt bis zu 30% des Wasserhaushalts und Nährsalze auf. In Trockenperioden ist das eine zusätzliche starke Belastung für die Bäume. Deshalb sollte die Mistel unbedingt aus den Obstbäumen entfernt werden.

Auch Schädlingskalamitäten treten vermehrt auf. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es eine starke Zunahme der Apfelbaum-Gespinnstmotte. Die Raupen schlüpfen mit dem ersten Blattaustrieb der Apfelbäume, spinnen ihr Nest und fressen gut geschützt die jungen Blätter. Nach kurzer Zeit ist der ganze Baum kahl und von Oben bis zum Boden silbrig eingesponnen. Bei allen Schädlingen gilt es die Anzahl der Individuen zu reduzieren. Frische Nester können kurz nach dem Blattaustrieb aus den Bäumen herausgeschnitten und entsorgt werden. Die Bäume erholen sich mit einem neuen Blattaustrieb. Auch komplett eingesponnene Bäume treiben wieder Blätter, wenn sie genügend Reserven eingelagert haben.

Viele traditionelle Methoden dienen der Reduktion des Schädlingsdrucks, um die Gesundheit der Obstbäumen zu unterstützen. Vom Borkenkäfer befallene Äste sollten herausgeschnitten werden, Frostspanner werden mit Leimringen im Herbst beim Heraufklettern in die Baumkrone abgefangen. Die so gepflegten Bäume haben bessere Voraussetzungen, um sich gegen die Herausforderungen des Klimawandels zu schützen.

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Main-Taunus Naturlandschaft und Streuobst e. V.
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